Neulich war ich mit den Transalpfreunden zum gediegenen Mopeten in den Vogesen. Ich hatte etwas Bedenken ob meiner brachialen 23 Pferdestärken zwischen all den Alps. Aber die „dicken“ haben sich dann ganz doch ganz gut geschlagen. 😉 

So mag ich meinen Bulli am liebsten: voll beladen mit Bier, Bike und Benzin.

Die Truppe – Transalpfreunde / Stammtisch Odenwald

Unter den 13 verschiedenen Motorradmodellen, die ich in meiner bisherigen Motorradkarriere mein Eigen nennen durfte, war nie eine Transalp. Und ich bin definitiv kein Freund der Vereinsmeierei. Dass ich nun freiwillig Mitglied bei den Transalpfreunden Deutschland e.V. bin, sagt daher wohl schon einiges über die bekloppten Jungs und Mädels vom Odenwald-Chapter. 

Da sich die Transalpfreunde, im Gegensatz zu den anderen mir bekannten „Markenfanclubs“, auch nicht als „Owners Club“ verstehen und jede Marke und Modell mit zwei (oder auch drei) Rädern grundsätzlich willkommen ist, fand sich vor unserer Unterkunft in den Vogesen eine recht lustige Mischung von 250 bis 1000ccm mit und ohne Stollenreifen ein. 

 

Nichts desto trotz fühlte ich mich mit meiner 23 PS CRF leicht underdressed zwischen den Alps, Tiger, VFR, CBF, GS, XT und Co und reiste vorsorglich mit einem Plan B im Gepäck an. Doch nicht nur im Gelände, sondern auch auf den Straßen – zumindest auf denen für die wir angereist sind, nämlich die besonders Kurvigen – musste ich die fehlende Leistung zu keinem Zeitpunkt mit übertriebenem Wahnsinn ausgleichen. Lediglich der Fahrstil unterschied sich beim Grubenpony und mir von den Dickschifftreibern: „Dont lose the Schwung and keep the Schathebel alive“ war unser Motto. Und immer schön die Beinchen raus. Das macht Spaß. (Ein Hoch auf das Supermoto Training)  

 

Ich stelle fest, dass ich – abgesehen von langweiligen Geraden – trotz oder gerade wegen der „Untermotorisierung“ mit der CRF schneller bin, als mit so manchem Straßen-Heizermopped dass ich bisher unterm Hintern hatte.  – Hab‘ ich eigentlich schon mal erwähnt, wie gut mir die CRF taugt? 

Letztendlich hängt der Fahrstil und -Spaß aber auch von der Gruppe ab. Bisher durfte ich eher negative Erfahrungen im Gruppen-Fahren mit mehr als vier Moppeds sammeln. Anders mit den Alpfreunden, die allesamt den Griesgramschen Fahrstil pflegen: Zügig, aber sicher und entspannt (und immer für einen Ausflug ins Grüne zu haben. Wenn es sein muss auch zu zweit auf der straßenbereiften CBF). Kein Schwanzvergleich mit „schau her, ich könnt ja viel schneller als wie du Lutscher“, wie ich es schon so oft erlebt habe. Hier habe ich gelernt, das auch Gruppenfahrten mit 10 Moppeds durchaus Spaß machen können. 

Wo ein Wille, ist auch ein Weg.

Die Unterkunft – Marmonfosse

Die Unterkunft ist durchaus auch eine Erwähnung wert: Marmonfosse ist idyllisch gelegen, die Schotterpiste beginnt quasi hinterm Haus, die kaum befahrenen Asphaltkurven direkt vorm Haus und man hat alles was man als Selbstversorger so braucht. Inklusive Kühlbecken für Mensch und Bier und bequem Platz für bis zu 20 Personen.

 

Die Vogesen 

Wie so oft fand ich die „Touristen-Highlights“ (in diesem Fall: Route Creses und Col de la Schlucht und die ganzen anderen Col de Schnickschnacks) ganz nett, aber die vielen kleinen quasi unbefahrenen Snake-Roads hatten es mir so richtig angetan. Ein Hoch auf das Tomtom Rider 400, dass mir auch auf meiner Solotour genau diese Sträßchen gezeigt hat. 
Offroad-Fahren ist in den Vogesen wohl genauso verboten wie bei uns, aber es gibt jede Menge legal zu befahrende, unbefestigt Wege und wenn man vernünftig unterwegs ist (und z.B. die Nationalparks außen vor lässt), stört sich meiner Erfahrung nach auch niemand daran wenn man mal die „Luftlinie“ wählt.
Perfektes 250ccm Dualsport-Terrain eben.