Triumph hatte neulich ein paar Blogger und Journalisten zu den Triumph Media Days nach Boxberg eingeladen. Dort konnten wir einen halben Tag lang wir auf dem Testgelände von Bosch einige Modelle aus dem Bestand der englischen Traditionsmarke unter fachkundiger Anleitung des Motorrad Action Teams auf verschiedenen, teils überraschend lustigen, Sektionen auf Handling und Gefallen prüfen. Nachmittags standen dann die modernen Klassiker aus der aktuellen Produktpalette zum Cruisen auf der Landstraße bereit.

Das Event

Unter einem Bosch-Testgelände habe ich erstmal nur einen großen Parkplatz erwartet. Der Platz kann aber deutlich mehr: Hochgeschwindigkeitsoval, Mini-Alpen-Sträßchen, abgesteckte Handlingparcours und vieles mehr boten mehr als genug Spielraum für eine Menge Spaß. Dafür standen die Performance und Adventure Modelle in Gestalt der Street Triple S, R und RS, Speed Triple, Tiger Sport, Explorer zur Verfügung. Für die Landstraße erwarteten uns dann die „modernen Klassiker“ wie Bopper, Thruxton, T100, T120 und Scrampler und die TWIN aus der Bonneville-Familie.

Mit der entsprechend kurzen Fahrzeit bei 10 Moppeds in ca. 5 Stunden Nettofahrzeit sind die Eindrücke zu den Maschinen einerseits wohl etwas begrenzt, aber gerade der direkte Vergleich der Kandidaten hielt die ein oder andere Überraschung und Erkenntnis für mich bereit.

Darüber hinaus war das Event auch wieder ein schönes, kleines Klassentreffen mit einigen neuen und altbekannten Blogger-Gesichtern. Schön auch, dass erstmals mehr Bloggerinnen als Blogger bei der Veranstaltung waren. Auch im Reddit-Motorradblogger-Sammelbecken trudeln immer mehr Feeds von Fahrenden (und manchmal auch schraubenden) Mädels ein. Find ich gut.

Triumph – die Traditionsmarke aus Großbritanien

Zur Einstimmung erzählte uns der eigens aus Hinckley angereiste „Head of Brand Management“ Miles Perkins ein paar interessante Fakten zum Unternehmen.

So war mir zum Beispiel bis dato nicht klar, dass Triumph mit seiner Gründung im Jahr 1902 der älteste fortwährend produzierende Motorradhersteller der Welt ist. Gegründet würde die Firma von zwei deutschen Auswanderern aus Nürnberg. Siegfried Bettmann begann zuerst als Handelsunternehmen und als später Johann Schulte dazu stieß wandelte sich die Firma zum Herstellerbetrieb und produzierte Fahrräder bis 1902 schließlich das erste Motorrad „No. 1“ mit einem belgischen Minerva-Einbaumotor verkauft wurde.
Nur zwei Jahre später begann die Entwicklung eigener Motoren.

Der bis heute bekannteste Modellname „Boneville“ kommt übrigens von de 1955 erstellten Geschwindigkeits-Weltrekord über 345,2 km/h der, wie bis heute üblich, auf dem Salzsees Lake Bonneville in Utah stattfand.

Das wiederum legte vermutlich auch den Grundstein für die Hollywood-Karriere dieser Modelle. Steve McQueen, Marlon Brando und Clint Eastwood fuhren nicht nur einmal auf Triumph über die Leinwand. So kam es, dass Triumph in den frühen 1960ern der größte Motorradhersteller der Welt war, bevor die japanisches Superbikes mit ihren großhubraumigen Vierzylinder-Maschinen einen neuen Trend setzten.

Nach einem mäßig erfolgreichem Überlebenskampf erwarb John Bloor 1983 das alte Werksgelände und die Markenrechte und entwickelte bis 1990 eine komplett neue Produktfamilie, die seit 2013 von Sohn Nick Bloor verantwortet wird.

Mehr Infos über das Familienunternehmen und Bloor gibt es in der F.A.Z.: Warum die Motorrad-Legende Triumph überlebt hat

 

Im Zweiten Teil gibt es dann meine Fahr-eindrücke zu den Street-, Speed-, Tiger- und Boneville-Modellen.

Fotos: Triumph, MotoRausch
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