Es hat sich einiges getan seit meinem letzten Beitrag.

Im Februar habe ich meine Unterlagen zur Führerscheinerweiterung von Klasse A1 auf A2 bei der Führerscheinstelle abgegeben. Vorausgesagte Wartezeit bis zur Zulassung zur Prüfung: 4-6 Wochen. Nach 7 Wochen wurde ich nervös und hakte nach, weil ich nichts mehr hörte: Der Antrag wurde innnerhalb von nur 2 Wochen bearbeitet und lag danach 5 Wochen bei meiner Fahrschule. Die konnte sich nicht bei mir melden, weil sie keine Telefonnummer hatte.

Egal. Die SR war ohnehin noch nicht fertig.
Boris‘ gebrauchte Schwinge bekam einen frischen Anstrich mit meiner neuen Lieblingsfarbe Brantho Korrux und wanderte dann mit neuem Lagersatz in den Rahmen.
Danach konnte auch der Motor wieder dahin, wo er hin gehört.

Motor endlich wieder im Rahmen

Motor endlich wieder im Rahmen

In der Zwischenzeit hatte ich im Vergaser nach dem Rechten gesehen. Alles sauber. Nur der Schwimmerstand entsprach nicht dem Wert im Bucheli und wurde entsprechend nachgebogen (was mich später noch ärgern sollte).

Auch an der Optik wurde etwas gefeilt. Mit dem Weinrot habe ich mich in der Zwischenzeit angefreundet. Bin ja auch faul… Allerdings ist der Tank uni zu langweilig, also habe ich einen „Kenny Roberts“-Streifen aus der Dose aufgebracht.

Trotz flacherem Lenker wurden von den Vorbesitzern die langen 2J4 Züge verwendet. Da die zudem auch noch alt, schwergängig und brüchig waren, habe ich sie gegen neue 48T Züge getauscht. Eine neue Stahlflexbremsleitung wurde ebenfalls verbaut.

Die Kupplung konnte ich dennoch nicht richtig einstellen. Vom Vorbesitzer wurde eine 10er Nuss (1/4-Zoll) zwischen Außenhülle des Zugs und  Gegenhalter am Motor installiert und die hätte ich wieder gebraucht. Unbefriedigend!
Also Kupplungsdeckel runter und Scheiben nachmessen. 2,8mm, also in Ordnung. Sonst war auch nix zu sehen. Der Entscheidende Tip kam von den Profis von Kedo: Druckstange und Ausrückhebel tauschen. Die noch lagernden Teile bekam ich am gleichen Tag vom freundlichen Yamaha Händler Noller in alter vergilbter Verpackung.
Bevor ich die Teile verbauen konnte, musste ich aber noch das vermurkste Gewinde der Exzenterschraube zum Einstellen der Kupplung mittels Baer Recoil Gewindeeinsatz reparieren. Reparatursets in 12×1,25 kann man günstig und problemlos bei Korrosionsschutz Depot leihen.
Der Tausch des Ausrückhebels brachte keine Abhilfe, obwohl hier Spuren der Druckstange zu sehen waren. Tausch der Druckstange (Kostenpunkt ca 23 Euro) führte zum erhofften Ergebnis. Etwa 1mm Stauchung gegenüber Altteil konnte ich messen.

Die ersten Startversuche blieben erfolglos. Kein Sprit in der Schwimmerkammer. Also Schwimmerstand wieder (annähernd) auf alten Wert eingestellt (etwas frickelig im verbauten Zustand) und nach einigen Kicks lief sie dann wieder.
Nach dem Testlauf habe ich die Bremse vorne und die Verbindung Krümmer Auspuff nochmal abgedichtet und so wartet die Maschine jetzt auf ihre Einstellfahrten.

Mittlerweile habe ich meine erste (freiwillige) Fahrstunde absolviert und bin zuversichtlich, bald auf die Straße zu dürfen.

Pfuschliste (zum Ausbessern bei künftigen Arbeiten):
– Bremsnocke hinten: Verzahnung mit Dremel nachgeschnitten
– bei Gewindereparatur Kupplungsexzenter: erste 2 Gewindegänge verschnitten
– Schalthebelverzahnung: nur noch hinten gut. Hebel aufgesägt um fester verspannen zu können.