#twiceland – mit dem Moped durch Island | Teil1: Anfahrtskrimi

Es war einmal, im Jahr 2010, da verabredeten sich zwei Typen aus dem Gespräch heraus über Twitter unbekannter weise zu einer „großen Tour“.
Island versprach Abenteuer, Offroad, und großartige Landschaften. So sollte es sein.

Für die Tour schusterte sich Micha, alias @kutze21, aus diversen Internetauktionen eine DR350 zusammen und ich tauschte meine alte Ténéré gegen eine noch ältere, aber leichtere, wartungsfreundlichere, schönere XT500 (Bj.77).

Für Island rechneten wir wegen Wetter, Pannen und schwierigem Gelände damit, ständig improvisieren zu müssen. – Wer hätte gedacht, dass schon die Anfahrt zur Fähre in ein handfestes Abenteuer ausartet? Wir jedenfalls nicht.

Abfahrt war am 25.08.2011, nachdem ich am Abend zuvor bis spät in die Nacht mit einigen Startproblemen zu kämpfen hatte. Da gab es einen kurzfristig gebrochenen Gepäckträger, ein schlecht sitzendes 30 Liter-Fass als Tank, ein miserables Handling der Maschine und – welch Überraschung – zu viel Gepäck. Als diese Aufgaben einigermaßen Erfolgreich über die Bühne gebracht waren, verbündeten sich zu allem Überfluss Mr. Vorfreude und Mrs. Aufregung zu einer recht erfolgreichen Allianz in der Mission „schlafloses Trölfchen“.

Die 50km zum Treffpunkt mit Micha am nächsten Morgen stimmten mich dann auch nicht gerade glücklich. Die XT fuhr sich immer noch wie ein Sack Nüsse. Schräglagen waren so gut wie nicht möglich und schon bei 70km/h schaukelte sich das Moped unangenehm auf. Also entschloss ich mich die letzte Gelegenheit zu nutzen um das Gepäck nochmals zu reduzieren.

Mit drei Stunden Verspätung ging es dann endlich los. Micha kämpfte bei leichtem Nieselregen mit seinen grobstolligen Reifen, die auf nassem Asphalt überhaupt nichts von Grip verstanden und ich hatte nach wie vor zweifelhaften Spaß mit meinem störrischen Eisenesel. Erstaunlicher Weise fuhr sich die XT auch mit einem Objektiv und einem Blitz weniger im Gepäck nicht merklich besser.
Aber wir waren Unterwegs. Unterwegs in eine Abenteuer-Motorradreise nach Island, wie uns immer mehr bewusst wurde. So zogen wir langsam und verträumt über Land Richtung Norden und trösteten uns mit den vielen toughen Enduropfaden, die auf uns warteten. Der Plan war, mit einem kurzen Zwischenstopp bei unserem Bloggerkollegen Griesgram999, gegen Abend in der Nähe von Kiel bei einem Freund von Micha ein Nachtlager aufzuschlagen und am nächsten Morgen die restlichen 500 der insgesamt 1100 Verkehrsstraßenkilometer zur Fähre nach Nord-Dänemark abzuspulen.

Irgendwo bei Lich verfuhren wir uns und landeten überraschend auf einem Waldweg. Mein GPS zeigte an, dass die Richtung stimmte und wir nach ein paar hundert Metern wieder auf die Straße stoßen müssten. Also beschlossen wir unseren Stollenreifen eine kleine Pause vom Asphalt zu gönnen und illegaler weise ein wenig über matschigen Waldboden rollen zu lassen.
Als Bonus bekamen wir ein paar umgestürzte Bäume vor die Nase. Hurra! Die erste Offroad-Einlage vier Tage früher als erwartet! Nun denn, ab durch die Mitte, über Stock und Stein und mit schmackes durchs Gebüsch. Das machte nicht nur tierisch Laune, es ging mit dem ganzen Gepäck auch viel besser als befürchtet. Die Erkenntnis, dass die kleinen Enduros nur artgerecht bewegt werden müssen, und nicht einfach hoffnungslos überladen und scheiße sind, tat gut.
Glücklicherweise war die Schranke zur Straße, die wir nicht hätten umfahren können, nicht abgeschlossen und so ging die Tour wieder ihren geplanten weg. Diesmal aber mit einem fetten, vorfreudigem Grinsen unterm Helm.

Ermutigt von dieser erfolgreichen Abkürzung ignorierten wir in Folge auch die ein oder andere Baustellen-bedingte Umleitung. Sehr zum Missfallen der Bauarbeiter, aber mit überraschender Unterstützung einiger Anwohner, im speziellen ein Herr mit Hut und Stock, mit dem mir die Sorte Straßenwächter sonst gerne mal drohend hinterfuchtelt. Diesmal aber wurde die gefürchtete Altherrenwaffe drohend den zwei planlosen Warnwestenträgern zu gewand, die sich über meine kleine Schottertour aufregen wollten und mir damit nur freundlich der Weg gewiesen. Wunder geschehen.

Nach dem kurzen Besuch unseres griesgrämigen Hippie-Freundes in der Provinz war es dann an der Zeit etwas Strecke zu machen und wir quälten uns auf die Autobahn. Mit zwei alten Kisten, die es nur auf 80 Sachen bringen, nicht wirklich ein Spaß, aber man kommt voran. Oder hat zumindest das Gefühl man täte es. – Es sei denn, ein Schlauch fühlt sich unter nicht mehr wohl, unter seiner Reifenhaut. Dann ist ganz schnell die Luft raus. Aus dem Schlauch, aus dem Flow und nach der Reparatur in der Hitze auch aus uns.

Immerhin waren wir gut vorbereitet, auf Plattfüße. Nur nicht darauf, dass es auf der Good Old German Autobahn passiert. Naja, immerhin auf einem Rastplatz….

Keine 100km später, zerbröselte mir eine Halterung meines Monstertanks und Micha hatte erst viel zu wenig, und dann viel zu viel Öl in seiner DR. Mittlerweile hatten wir auch schon ein massives Zeitproblem und würden wohl erst sehr spät unser Etappenziel bei Kiel erreichen.

Abgesehen von einer handvoll kaputter Rücklichtbirnen blieben wir von nun wohl von weiteren Pannen verschont, dafür machte uns aber das Wetter zu schaffen. Sommer, Sonne, Sonnenschein verwandelten sich nämlich in Sturm, Gewitter, Unwetter. Und zwar so, wie man es in Deutschland eigentlich selten erlebt.
Wir zuckelten gemütlich der Sonne entgegen, als ich irgendwann beim Blick in den Rückspiegel erschrak. Anhalten und umschauen brachte leider nicht die erhoffte Linderung des flüchtigen Eindrucks. Ein fettes, fieses schwarzes Ding hing drohend hinter uns, bereit uns mit Haut und Haaren zu verschlucken.
Wir machten uns so schnell wir konnten auf die Flucht vor dem Monster, doch schon bald wurden wir vom Wind ohne Chance auf Gegenwehr komplett über die Straße geweht, während rechts und links von uns die Blitze einschlugen und wir vor lauter Regen nichts mehr sahen.
So kam es, dass ich mich zum ersten Mal Schutz suchend unter einer Brücke verkroch und hoffte, dass es schnell vorbei geht. Aber der Wind pfiff uns noch eine ganze Weile hefitg um die Ohren. Um meinen Helm nicht zu verlieren, war spontan noch einer kurzer Sprint von Nöten. Der war nämlich mal eben Moped geblasen worden und flog munter durch die Luft.

Unter diesen Umständen wurde die Zeit bis zum Ablegen der Fähre langsam bedenklich knapp. Als wir uns endlich wieder auf die Straße trauten, kamen wir nicht sehr weit und das Spielchen ging wieder von vorne los. Wieder unfahrbares Unwetter, wieder warten. Wir versuchten uns so gut es ging durch das Unwetter zu kämpfen, aber mittlerweile war es längst dunkel und nach fast 20 Stunden on the Road siegte die Müdigkeit. So nutzten wir zwangsläufig die nächste Gewitterphase für ein kleines Nickerchen in einer Bushaltestelle. Unser Nachtlager bei Michas Freund hatten wir längst aufgegeben, denn rein rechnerisch blieben uns höchstens ein, zwei Stunden Ruhezeit um die Fähre überhaupt noch erreichen zu können. – Vorausgesetzt das Wetter würde besser.

Für Island hatten wir all diese kleinen Wetter- und Material-Problemchen einkalkuliert und waren darauf vorbereitet, aber jetzt wollten wir doch nur mal schnell lächerliche 1000km zurücklegen um eine Fähre zu erreichen, die nur einmal die Woche ablegt. Kann doch nicht so schwer sein.

Unglaublich wie erholsam so ein kleines Nickerchen, in Regenklamotten auf nassem Asphalt, sein kann.
Mit neuem Elan, einem großen Kaffee an der nächsten Tanke, und einer Familienpackung Energiegetränke fuhren wir in den finalen Kampf gegen die Zeit.
Plan B sah vor, die Fähre eine Woche später zu buchen und so lange durch Dänemark zu cruisen. Aber daran wollte keiner von uns denken. Wir wollten nach Island. Und zwar jetzt.
Als der Verbrauch von Red Bull den des Benzins auf 100km überstieg, wurde es endlich hell und wir passierten die Grenze zu Dänemark. Sonne und dänische Autobahn brachten wieder Schwung in unsere deprimierten Hirne.
Wir blieben wohl auch weiterhin nicht trocken, aber von nun an lief es so, wie es von Anfang an hätte sein sollte. Wir brauchten zum Schluss wohl alle 50km eine kleine Pause um die Glieder kurz zu strecken und die verbrauchten Energieflüssigkeiten abzulassen (Red Bull raus – Red Bull rein, ein Teufelskreis), aber wir schafften es tatsächlich mit der berühmten akademischen Viertelstunde Verspätung zur Fähre.

Hallejulia, das war knapp. Auch wenn sich 1100km in 34 Stunden eher nach Altherren-Spazierfahrt anhören, es war ein verflucht anstrengender und zermürbender Ritt. Deshalb hieß unser Motto für die drei Tage auf See: Bier, Bier, Bier – Bett, Bett, Bett.

Dazu mehr im zweiten Teil....

Africa Twin – XRV goes HWP

Für das Gelände in Island war die kleine, leichte XT500 die richtige Entscheidung. Mit meiner alten Ténéré hätte ich da sicherlich nicht halb so viel Spaß gehabt. Auf der An- und Abreise habe ich die XT allerdings mehr oder weniger verflucht. So ein kleiner Oldtimer ist einfach nichts zum Strecke machen.
In Island stand auf einem Campingplatz eines Tages eine Africa Twin vor unseren Zelten und da sie mir ziemlich gut gefiel, fing ich an ein wenig zu recherchieren.
Spätestens auf meinem 1000km langen Heimreisemarathon wurde mir unterwegs klar, dass nun wieder ein Motorrad mit mehr Saft und mehr Komfort ins Haus muss. Etwas zuverlässiges, für den Alltag und Touren, das auch mal einen Feldweg oder eine Schotterpiste wegsteckt. Die BMW F800 und die Africa Twin schafften es ins Finale. Damit war die Sache klar. Denn eine BMW ist irgendwie…. naja, eine BMW eben.

Hier ist sie nun:
Africa Twin (XRV 750) RD04, Bj. 92, 64.000km

Blind, also ungefahren, gekauft, kam mir das erste Lächeln beim Abholen, als ich den Anlasser drückte. Für einen XT und SR-Fahrer ist so ein MagicButton wirklich wie Magie. Mann muss quasie nur an „Anlassen“ denken und der Motor brummt. Sensationell!
Der Sound ist dank Zuberhörauspuff satt und angenehm.
Gewicht: ca.220kg, die man aber nicht merkt, sobald man rollt.
Die ersten paar km, die ich nun damit gefahren bin, haben mich begeistert. Super Handling (kein Vergleich zur Ténéré), ausreichend Bumms und äußerst bequem. Da kann man dann auch mal über das 80er Dekor-Design hinwegsehen.

Werkstattrenovierung 2011

Nach der Veterama ist immer aufräumen angesagt. Meist hat man etwas Platz geschaffen durch die Veräusserung von (hoffentlich) nicht mehr benötigten Teilen um diesen Platz dann wieder durch die neu erworbenen Schätze zu besetzen.

Von der Veterama heimgekommen habe ich mich gleich auf ie 2 BSA Motoren gestürzt – Bestandsaufnahme – in der zugeräumten, vollgestellten, tapezierten, bunten, ungemütlichen Werkstatt.

Also aus-, aufräumen und bisschen Tapete abknibbeln (vom Vorbesitzer) – Tapete abknibbeln macht süchtig „nur noch ein kleines Stück!“

Irgendwann war die Tapete ab, die bunt gemischten Regale und Schränke waren rausgeräumt, dahinter war ja auch Tapete!

Also, der Boden sieht ja auch ziemlich sche#ße aus, Teppich in der Werkstatt – raus damit und Fliesen rein, den Rest wieder neu angestrichen!

Die Wände neu gestrichen und ein Regalsystem reingestellt – man kann sich wieder bewegen und kommt sich nicht vor wie in einer Rumpelkammer!

Jetzt muss nur noch das Werkzeug an seinen richtigen Platz, aber das wird bei dem anstehenden Winterprojekt seinen Platz an der richtigen Stelle finden.

Aus dem aufräumen wurde schnell eine vorgezogene Renovierung, hat sich gelohnt, vor allem kann man hier jetzt mal schnell einheizen für die anstehende  kalte Jahreszeit.

Winterpause für die Shadow VT600

vor ca.  10 Wochen hab ich mir die Honda Shadow zugelegt und es nicht bereut, gegen meinen damals gesetzten Vorsatz (Diät) verstoßen zu haben.

Der kleine 600ccm V2 macht einen Riesenspass, super Durchzug und phänomenaler Sound – ist ein Chopper zum gemütlich geradeaus zu bollern und ohne überhöhte Kurvengeschwindigkeit mal mit den  Fussrasten die Straße zu küssen. UND nicht zu vergessen, dieser tolle Knopf, da drückt man drauf und die Karre läuft, kann man sogar den Helm bei auflassen 😉

Da ich bei der VT600 das Nummernschild übernehmen konnte, habe ich es direkt bei einer Saisonzulassung belassen 3/10 – Gestern war Ende 10 und so musste ich noch mal raus um den Tank und die 1.000 km vollzumachen, 38km hatten mir gefehlt, die hab ich auch auf den Kilometer genau getroffen 😉

  • Memo Shadow bei Ende Saison 2011: 41.400 km
    Blinkerschalter überprüfen
    ÖL+Filter bestellen

Die letzten paar hundert Meter kam mir der 1/2 jährliche VW-Fahrzeugwechsel wieder in den Sinn – T2 mit Sommerreifen rein, Käfer mit Winterreifen auf die Straße!

Metzeler Werksbesichtigung 2011 #mbw11

Als Metzeler vor 14 Tagen ein Dutzend Blogger zur Werksbesichtigung in den Odenwald einlud, war die Freude groß. Schließlich sind solche Veranstaltungen auch immer ein kleines Klassentreffen der Grundschule Mopetenbloggerhausen.

Um so erfreulicher fand ich die Absicht von Metzeler, die Einladung nicht nur auf Vortrag und Werksbesichtigung zu beschränken, sondern dem ganzen noch einen geselligen Kegelabend voran zu stellen.
Wenn man mit einem Haufen netter Leute zusammen kommt, die man entweder nur vom lesen kennt, oder viel zu selten persönlich trifft, ist so ein Abend natürlich immer viel zu kurz. So bin ich, Jesus Trölf, vor lauter Reden schwingen und pflichtbewusster Entsorgung gekühlter Anisgetränke, auch gar nicht groß zum Kugelschieben gekommen. War aber egal. Mein Team war trotzdem einmal zweiter und beim zweiten Durchlauf war die Konkurrenz Vorletzter.

Freitags warteten dann, nach ausgiebigem Frühstück, einige aufschlauende und interessante Stunden im Metzeler-Werk auf uns.
Der Vormittag wurde von Reifen-Legende Helmut Dähne gestaltet, der einen tollen Vortrag über Beschaffenheit und Herstellung der unterschiedlichen Reifentypen hielt.
Dass ein Reifen nicht einfach nur ein rundes Stück Gummi ist, dürfte jedem klar sein. Und auch von Diagonal- und Radialreifen hat man vielleicht schon mal was gehört. Wie viel Hightech und Know how aber tatsächlich in der Geburt eines Reifens steckt ist wirklich phänomenal und höchst interessant. Das hätten die wenigsten von uns vermutet.
Ich bin jetzt auf jeden Fall ein Reifenfan. Jawoll.

Nach dem Mittagessen ging es dann zum praktischen Teil. Nein. Nicht zum Reifen Testen. Das hatten wir hier schon.
Diesmal schauten wir uns im Werk an, wie und wo die „Schlappen“ geschustert werden.
Zum Schluss blieben definitiv keine Fragen offen.
Eine gelungene Veranstaltung! Danke Metzeler!

P.S.: Zum Abschluss des Tages bewiesen Marc, Micha und Alex dann noch mal eben, dass man auch ohne Räder, Reifen und Motoren schnell sein kann:

Update: Hier der lesenswerte Artikel von LeFronc und hier seine Bildergalerie