“ Christine kann jetzt auch Wheelies!!! 🙂 „

“ Das Vorderrad verlieren zählt nicht als Wheely! 😉 „

Christine, so hat Ralf seine kleine Yamaha DT50 in Anlehnung an Stephen Kings Roman bei der #alpen50 getauft, da es schien dass sie einen eigenen Willen und ein Eigenleben entwickelt hat. Das Mopped war auf der Alpen-Tour von allen beteiligten bestimmt 30 mal tot geglaubt worden, aber irgendwie ist das Ding immer wieder auferstanden und weiter gelaufen. Ohne Öl, mit selbst geschnitzten Ersatzteilen einer RedBull-Dose im Vergaser, einem Hinterrad das, wie es schien, jeden Moment davon fliegen wollte so wie es die Flöte des Auspuffs schon auf den ersten Kilometern getan hatte.

Nach einem kleinen Schlagabtausch über Twitter, ob diese besagte Christine wirklich so toll laufen würde, was ich für unmöglich hielt, forderte Ralf mich und meine Vespa V50 schlussendlich zum Duell heraus, um die Wahrheit in einem ehrenwerten Zweikampf ein für alle mal fest zu stellen.

Wir einigten uns auf vier Disziplinen: Sprintrennen, V-Max, Cross-Country-Rennen und „um die Dose Rockern“. Jede Disziplin sollte in zwei Läufen ausgetragen werden und bei einem eventuellen Unentschieden würde ein Stechen mit der Disziplin den Sieger ermitteln, die am knappsten entschieden wurde.

Ich verstand nicht warum Ralf mit seiner Klapperkiste den Weg in den Odenwald auf sich nehmen wollte, nur um die Schmach einer eindeutigen Niederlage zu ertragen. Aber gut. Mir sollte es recht sein. Ich sah die einzige Herausforderung für mich darin, das Duell „zu null“ zu gewinnen.

Wir engagierten also unser erfahrenes Twitter-Gridgirl Nina und zusätzlich Alexander als offiziellen Zeitnehmer und Kameramann. Dazu gesellten sich noch König Bert und sein Prinz, die Moppedhexe und Lord Flexi als Renn-Assistenten und Aufseher und trafen uns zum High Noon auf der Wiese unterhalb der Burg zu Showdown.

Gestartet wurde unser Zweikampf mit dem Beschleunigungsrennen. Da uns die klassische Viertelmeile für die kleinen Fuffies zu lange erschien, entschieden wir uns (von >1000 ccm ausgehend) die 1/4 Meile ungefähr Maßstabsgetreu auf 50ccm herunter zu rechnen und einigten uns so auf rund 50 Meter.

Es folgte die große Ernüchterung für mich und meine Vespa. Keine Ahnung was der Schrägermeister mit seiner DT50 angestellt hat, aber nur an dem neuen Zylinder kann es nicht gelegen haben. Das Ding ging ab wie eine Rakete und lies mir nicht den Hauch einer Chance. Zu allem Überfluss bescherte mir ein verkorkster Start mit einem ungeplanten Wheely auch noch schmerzhafte Ostereier hinter dem Hosenstall. – Welch eine Schmach.

Klares 1:0 für Ralf.
Selbst ein Schaulauf gegen Berts Dax entschied der @Schrm für sich.
Da kann doch was nicht mit rechten Dingen zugehen, dachte ich. Aber all meine Versuche der Gerechtigkeit mit losem Zündkerzenstecker und einer verstopften Tankentlüftung nachzuhelfen scheiterten kläglich.

So war von vornherein klar, dass er auch die Disziplin „Höchstgeschwindigkeit für sich entscheiden würde.

Die Anzeigetafel vermeldete dementsprechend kurz darauf ein deutliches 2:0 für den Herausforderer.

Ich fing an mich mit einer Niederlage abzufinden, verlangte von den Rennkommisaren allerdings vorsorglich schon mal eine Überprüfung der tatsächlichen Kubik des Zimmermannschen Zylinders. Ich vermutete eine dreistellige Volumenzahl unter den Kühlrippen.

Während unser Gridgirl sich um unsere Verpflegung kümmerte und den Grill anschürte, tüfftelten wir die Strecke für den nächsten Durchlauf aus. OdenwaldTT-Cross-Country stand auf dem Plan.

Die Strecke sollte für Fahrer und Maschinen äußerst anspruchsvoll werden. Es ging über Teer, rutschige Wiese, Waldboden mit engen kurven, langen geraden und tückischen Crosseinlagen. Zwei Läufe á sechs Runden waren angesetzt.

Ein RIESEN-Spaß!! Nicht nur für uns Fahrer. – O-Ton Pistonpin: „Das sollte im Fernsehen übertragen werden. Das ist spannender als die Dakar!“

Die mangelnde Leistung der V50 konnte ich hier mit der Rallye-Erfahrung der Baja300 aufwiegen und gewann überraschend beide Läufe ebenso eindeutig, wie Ralf die Geschwindigkeitsrennnen zuvor.

2:1 – es wird doch nochmal spannend.

Auf zur letzten Disziplin: Doserockern. Bekannt aus den Bonzarad-(Welt)Meisterschaften. In diesem Fall bestand die Dose allerdings aus einem Baumstumpf und der Untergrund statt Teer aus Hälfte Schotter und Hälfte Waldboden um den Anspruch zu erhöhen. Es galt in 90 Sekunden so viele Runden wie möglich zu drehen und für jedes Fuß-Absetzen wurde eine Runde abgezogen.

Es war ein verdammt knapper Lauf. Letztendlich konnte ich die beiden Durchgänge mit einer Runde Vorsprung für mich entscheiden.

Sensation: 2:2 – es kommt zum Stechen.

Eindeutig war das Dosen- bzw. Baumstammrockern die knappste Entscheidung. Also wurde hier auch das entscheidende Stechen ausgetragen, welches ich, trotz Schwindelanfälle und Drehwurm, abermals mit einer knappen Runde für mich entscheiden konnte.

Spiel, Satz und Sieg Herr Trölf. Hallejulia.

Allerdings scheint mir der Sieg doch nur sehr glücklicher Natur.
Erstens hat Ralf ganz klar bewiesen, dass seine Christine tatsächlich abgeht wie Schmitzkatz, außerdem hätte er das Dosenrockern mit einer intakten Vordergabel vermutlich nicht so knapp verloren.
Ich denke, das Endergebnis müssen wir bei Gelegenheit mit einem weiteren Duell nochmal verifizieren.

Zuerst freue ich mich aber auf den Film zum Rennen, der sich gerade in der Postproduktuktion bei Pistonpin-Productions befindet.
Hier geht es zum Film….