Die Schlankheitskur geht in die nächste Runde.

Dreck macht glücklich.
Das weiß ich nicht erst seit Island der Baja300 und den Pyrenäen. Da mir aber (noch) kein geeignetes vierrädriges Transportmittel für ein kompromisslos matschgeeignetes Spielzeug zur Verfügung steht, fällt es mir nicht gerade leicht eine geeignete (und trotzdem straßentaugliche) Enduro in einer für mich moderaten Preisklasse zu finden.
So gaben sich die letzten vier Jahre schon so einige Modelle hier in der Ranch die Klinke in die Hand:
Angefangen mit der Ténéré 660Z, die mir irgendwie so gar nicht taugte.
Für Island kam dann die XT500 ins Haus, die offroad wohl ganz gute Dienste geleistet hat, mir aber doch etwas zu häufig nach Zuwendung mit dem Schraubenschlüssel verlangte. Außerdem ist der fehlende Magic-Button für einen E-Starter ein echtes Hindernis, wenn man das Gerät am Steilhang oder in der Furt abwürgt.
Auch für einen besseren Straßenkomfort der unvermeidlichen An- und Abreise in endurofreundlichere Länder wechselte ich deshalb von der kleinen Kult-XT auf die dicke Kult-AT (Honda AfricaTwin). Solides Mopped, aber schon auf den vergleichsweise harmlosen italienischen Militärpfaden bekam ich Hänfling Schwierigkeiten mit dem Gewicht des Dickschiffes.
Nach der gewichtsmäßig extremen Tour mit der vollbeladenen großen Tiger über die Schotterpisten der Westalpen hatte ich, mit einem neidischen Blick auf die leichter motorisierten Mitfahrer, dann endgültig genug von schweren Reiseenduros. Also übernahm ich die feine MZ Baghira aus Stephans erster Hand. Ein fantastisches Gerät. Die Qualitäten des 660er Yamaha-Motors kamen für meinen Geschmack im Gegensatz zur Ténéré in der MZ so richtig zum Glänzen. Fahrwerk und Geländetauglichkeit ließen mir auch keine Wünsche offen.

Aaaaber: des Gewischd.

Immerhin 50kg leichter als die Twin, war die MZ in Verbindung mit ihren langen Beinen mir auch mit rund 185kg noch etwas zu anstrengend auf der Endurostrecke.

Logische Konsequenz: ein weiteres Downgrade. Und zwar auf die griesgrambewährte Honda CRF250L. Konkret bringt die CRF wohl „nur“ rund 40kg weniger auf die Waage als die MZ, aber in Verbindung mit der moderateren Sitzposition (87,5cm) und dem etwas niedrigerem Schwerpunkt fühlt sich die CRF um das Doppelte leichter an.

Klar, mit 250ccm muss ich auf der Autobahn mit deutlichen Abstrichen an Komfort und Reisegeschwindigkeit rechnen, aber ich bin sowieso zunehmend allergisch gegen lange Autobahnetappen auf dem Zweirad. Außerdem habe ich für lange Anfahrtsstrecken mittlerweile auch die Scheu, meine Mopete auf einem gemieteten Hänger oder Transporter ins Zielgebiet zu kutschieren, endgültig abgelegt.

Auf der Straße werde ich die MZ sicherlich vermissen. *schnüff*

Mit der CRF geht es demnächst für den ersten Offroad-Einsatz in den Enduropark nach Bilstain. Mal sehen, ob sie meinen Erwartungen um Gelände gerecht wird. Ich bin zuversichtlich.

 

Daten Honda CRF 250 L

Motor: Einzylinder-Viertakt, 249 ccm
Leistung: 17 kW / 23 PS bei 8.500 U/min
Max. Drehmoment: 22 Nm bei 7.000 U/min
Getriebe: 6 Gänge
Höchstgeschwindigkeit: 124 km/h
Gewicht (vollgetankt): 144 kg
Zuladung: 159 kg
Tankinhalt: 7,7 Liter
Bereifung: 3.00-21 (vorne), 120/80-18 (hinten)
Preis: 4.690

Links: CRF250 in Kradblatt 8/14