Category: Motorräder

XT500 – Liebe auf den ersten Kick

Am Wochenende, bei der Tour zur Alten Schule (Bericht folgt), wurde mir bewusst, dass ich ständig versuche mir die Tenere selbst schön zu reden, sie aber eigentlich überhaupt nicht leiden kann. Ich sträubte mich aber auch gegen den Gedanken sie zu verkaufen, da ich einerseits schon so viel Zeit; Geld und Nerven in die Maschine gesteckt habe (insbesondere für die anstehende Island Tour) und zum andern auf der Touratien-Reise doch recht zufrieden mit der Maschine war.
Ich will ja auch gar nicht behaupten, die XTZ660 sei ein schlechtes Moped. Aber sie entsprach eben nicht meiner Vorstellung: zu schwer, zu groß und selbst ein Zündkerzenwechsel artet in einer mittelgroßen Schraubersession aus.

Sonntag Abend dann ritt mich der Teufel und ich beschloss kurzerhand, trotz der knappen Zeit bis Island, eine neue alte und leichtere Enduro für das fordernde Offroad Gelände in Island zu suchen. Und was käme als überzeugter SR-Fahrer anderes in Frage, als eine XT500?
Überraschender Weise fand ich auch prompt ein günstiges Angebot und, schwupp, da steht sie nun:

Sie ist mit Bj. 77 (2. Hand) einer der ersten XTs und steht technisch super da. Außer kleinen Standarts, wie Kettensatz, Reifen u.s.w. bietet sie lediglich in Sachen Optik und Reisevorbereitung  etwas Handlungsbedarf. Sie stand wohl irgendwann mal einen Weile draußen. Der Motor spingt super an und läuft sauber.
Mein Grinsen nach den ersten kleinen Probefahrten bestätigte die Entscheidung. Klar, geht es auf langstrecken in Zukukunft etwas langsamer und weniger komfortabel zu, aber dafür macht mir das Ding einfach viel mehr Spaß. Sowohl beim Fahren, als auch beim Schrauben. Musste ich für einen neuen Krümmer der Ténéré damals einen kompletten Sonntag opfern, hatte ich bei der XT500 nach 5 Minuten Krümmer und Auspuff in der Hand. So mag ich das.

SR500 Cafe Racer 2J4 #5

Nachdem ich das Stottern unter Kontrolle gebracht habe, bleibt „nur“ noch der extreme Startnebel und ein bisschen Elektrik aufräumen!

Stottern: erledigt

War schnell und einfach gelöst, Vergaser am Ansaugstutzen und Lufti gelöst kann man den Gaser wunderbar drehen, fast bis zu 90 Grad , um den Deckel zu lösen und an die Hauptdüse zu kommen!

Jubel und Freude kam in mir auf, als ich eine 330´er HD in den Fingern hielt, diese wurde gegen eine originale 300´er ausgestauscht und siehe da – Stottern ist weg! Nach einem Blick auf die weiße Zündkerze hab ich dann eine 310´er HD eingebaut ;o)

Memo: Wiseco Kolben, Nockenwelle, orig. Lufti = 330 HD

Startnebel: Problem

Bei einem Kaltstart kommt nach ca. 5-10 sec. ein dichter heller Qualm ausm Puff, dauert ca. 10-20 sec. und dann weg – Fahrbetrieb und Warmstart, kein Problem!? Motor hat 10-20 Jahre unberüht rumgestanden.

1. Verdacht (Foren) Ventilschaftdichtung: Öl sammelt sich während der Standzeit auf dem Ventil und wird bei Kaltstart in den Brennraum geführt?

2. Verdacht (Foren) Ölabstreifring: Öl kommt aus dem Motorblock am Kolben vorbei – Ring beschädigt oder hoher Verschleiß – Memo: Ölverbrauch checken?

3. Verdacht (nächtliche Eingebung) Ölpumpe: Rückhalteventil schliesst nicht (richtig), Öl sackt während Standzeit aus dem Tank in den Block und der Kolben nimmt ein Ölbad – mein Favourite, ist logischer als 2. und einfacher zu beheben als 1. – Memo: Ölstand kalt checken ;o)

Elektrik: in Arbeit
Die Zuverlässigkeit der Elektrik liegt im Zusammenhang mit dem engen Platzverhältnis in der Lampe – das Rütteln am, in die Lampe führenden, Kabelstrang behebt (für unbestimmte Zeit) das Blinkerproblem!

1. Lösungsmöglichkeit: Kabel und Steckverbindungen minimieren (geplant mit Heck leerräumen Winter 201X)

2 Lösungsmöglichkeit: Größere Lampe montieren (geplant Winter 2011/12)

SR500 Cafe Racer 2J4 #4

Nachdem ich  letztes Jahr den Motor bei meinem 2J4 Racer gewechselt habe, konnte ich konnte ich endlich mal eine ordentliche Testfahrt machen!

SR springt super an, das ist schon mal das WICHTIGSTE, allerdings fehlt es an Leistung im Vollgasbereich, und noch schlimmer ist das Stottern bei vollgas, mit den Fehlzündungen bei den Lastwechseln könnte ich ja noch leben ;o)

Die Hoffnung auf Fremdluft hab ich begraben, diverse Tests wurden durchgeführt. Der nächste Schritt ist es den Vergaser auszubauen und die Hauptdüse checken, das ist bei Nutzung des original Luftfilters kein spass! Bevor ich das Heck leerräume, muss der Motor erst mal ordentlich laufen, ausserdem hängt da noch die Horrorelektrik dran.

Die momentanen Probleme mit der Elektrik – launische Blinkerfunktion – sollten in der Lampe zu finden sein = Wackelkontakt!

Die Ventile, bzw. Führungen scheinen auch nicht so dicht zu sein, bei längerer Standzeit  sickert wohl ein wenig Öl durch – „Startnebel“ – aber das Problem stört mich (erst mal) nicht.

Die XTZ 660 und das Pech an meinem Schuh

Eigentlich sollte es nur ein neuer Kettensatz sein. Geschätzte Arbeitszeit: ca. 2 Std. inklusive Aus- und Einbau der Schwinge für die Endloskette. Nun beschraube ich das Biest seit ca. 20 Stunden und es ist kein Ende in Sicht, weil ich den Vergaser geschrottet habe…
Aber der Reihe nach:
Das erste Problem war die festgebackene Schwingachse. Das Biest konnte nur unter Einsatz roher, brutaler Gewalt mit schwerem Hammer und einer alten XT-Achse ausgetrieben werden. Millimeter für Millimeter. Mindestens so schweißtreibend wie das Trennen von Auspuff und Krümmer, damals.
Wie durch ein Wunder sind bei dem Spektakel die Schwingachse und die Nadellager augenscheinlich unversehrt geblieben. – Leider die einzige gute Nachricht bisher.
Als ich der Ténéré nämlich endlich ihren neuen Kettensatz verpasst hatte, wollte ich noch schnell schauen, warum der Choke nicht mehr ging. „Bestimmt nur der Zug ausgehängt…“
Nach Abnehmen der Überwurfmutter am Vergaser fielen mir dann aber erschreckender Weise die ersten Bröckchen vom Chokekolben entgegen. Der Rest vom Kolben saß – nein sitzt – bombenfest und will partout nicht raus. – Also erstmal einen neuen bestellen und den festsitzenden Gammelkolben mit WD40 einweichen…
Ergebnis von Aufgabe 1 – neuen Kolben bestellen: nach 2,5 Std. Internetrecherche, 4 Telefonaten, 2 Mails, und einem Fax habe ich einen Chokekolben für schlappe 77 Euro ergattert. Hurra! – Bei dem Preis musste selbst der Verkäufer schlucken. 🙁
Das ist übrigens ein reines XTZ-Problem. Alle anderen XTs (außer XT500) haben wohl den gleichen Vergaser, aber der Choke sitzt meist direkt am Vergaser (wenn nicht, ist zumindest die Umrüstung möglich). Bei der Ténéré stört aber der Tank und die Verkleidung über dem Vergaser, so dass der Choke am Lenker platziert ist. Und da passiert’s schon mal, dass Wasser oben am Chokehebel in den Bowdenzug läuft und schließlich unten am Vergaser den Kolben vergammelt.
Die zweite Aufgabe, den Rest vom alten Kolben zu entfernen, hatte ich leider auch deutlich unterschätzt. Das Ding wollte einfach nicht. Nach Druckluft, Schraubenausdreher und Schraubenzieher kam letztendlich die Bohrmaschine zum Einsatz. Um es kurz zu machen: Es fehlt nun ein fingerdickes Stück vom Vergasergehäuse und dieser klägliche Rest von Gammelkolben hat es tatsächlich geschafft sein Territorium erfolgreich zu verteidigen. Die dumme Sau.
Immerhin ist es einfacher einen gebrauchten Vergaser zu kaufen, als so einen Arschlochs-Chokekolben zu besorgen…
t.b.c.

SR 500 Cafe Racer – Tank & Sitzbank

Durch die ständige Rüttlerei auf der SR hat sich der Alutank bei der letzten Ausfahrt leider einen kleinen Haarriss zugezogen. Und da der Tank nun zum Schweißen weg gegeben musste, fand ich die Gelegenheit günstig auch gleich die teilweise sehr tiefen Dellen mit rausmachen zu lassen. Also ab zum Fachmann damit.

Danach musste er natürlich neu lackiert werden:

Jetzt muss mir Alexander den Tank noch neu linieren, dann ist er fertig. Nicht wie neu, aber zu meiner Zufriedenheit.

Weiter ging es mit der Sitzbank.
Nachdem ich endlich eine – zumindest mittelfristige – Lösung für das Heck gefunden hatte, war auch schnell klar dass das Rücklicht im Höcker verschwinden muss:
Die Nummernschildbeleuchtung übernehmen kleine LED’s. Die werde ich in die Halterung mit einbauen, dann sind sie fast unsichtbar.

Nebenbei habe ich noch das vordere Schutzblech um fast 40cm erleichtert und neu lackiert…

…und ein neues Thermoband gab’s auch noch. Das billige Graphit Band aus der Bucht taugte leider gar nichts. Jetzt habe ich das gute von Thermotec drauf. Perfekt.