Neulich, auf meinem Lieblings-Trialgelände in Großheubach, fing die Kupplung aus heiterem Himmel an unter Volllast durchzurutschen. Zuerst dachte ich, das Hinterrad findet keinen Grip den Steilhang hoch, aber nach einer Weile trat das Phänomen auch auf der Geraden auf und da war klar: die Kupplungsscheiben sind wohl runter.

1. Akt – schneller Kupplungsservice

Also mal eben schnell neue Lamellen- und Stahlscheiben bestellt.
Beim Ausbau dann die unerwartete Feststellung: Die alten Scheiben haben noch exakt so viel „Profil“ wie die neuen. Hmmm.
Naja, dachte ich mir, vielleicht sind die alten nur verglast und greifen deshalb nicht mehr.
Pustekuchen. Nach dem Zusammenbau (inkl. Ölwechsel) war der Fehler immer noch da: Null Vortrieb unter Volllast – und nach einigen Proberunden im Garten, nicht mal mehr im Standgas.

2. Akt – spannende Federn und Schrauberzweifel

Herr Bert mutmaßte, dass es dann wohl die Federn sind, die nicht mehr genug Kraft aufbringen die Kupplungsscheiben zusammenzudrücken.
Klingt logisch. Also die Federn zum Testen mit ein paar Unterlegscheiben vorgespannt. Ergebniss: Keine Änderung.

Da mir langsam die Ideen ausgingen und ich meinem Schraubertalent aus Erfahrung nicht wirklich trauen kann (insbesondere wenn ich kein Werkstatthandbuch und keine Anleitungen finden kann), habe ich das Spielchen noch zwei mal wiederholt, um Montagefehler auszuschließen:
Öl ablassen, Kupplung raus holen, alles durchmessen, leicht anschleifen, alles wieder zusammenbauen, Öl einfüllen, testen.
– Alles für die Katz. Keine Änderung.

3. Akt – zwei ist eins zu viel

Foren, insbesondere Schrauberforen, sind ja so eine Sache für sich. Aber in einem der Trialforen, stieß ich dann, neben dem allgemeinen Blabla („können ja nur die Reibscheiben sein“ und „Du brauchst das Geheimagenten-Motoröl aus der Weltraumforschung, alles andere kann gar nicht funktionieren“ etc.) auf die Erwähnung einer „Stange die auf das Ausdrücklager drückt“. Und dass hier manchmal eine zweite Unterlegscheibe hilft, wenn die Kupplung nicht richtig trennt.
Aha! Klingt logisch.
Nun habe ich ja das genaue Gegenteil von einer Kupplung die nicht trennt.
Und was habe ich da auf meiner Ausdrückstange? Na?
Richtig. ZWEI Unterlegscheiben.

Ein Blick in den Webshop von Neubert Racing, in dem ich unter anderem ein paar Explosionszeichnungen fand, machte Mut: Hier sollte eigentlich nur EINE Scheibe sein.

Die Stange (19) die bei gezogener Kupplung über das Ausdrücklager die Druckplatte (14) raus drückt.  Vorne drauf ein Nadellager und EINE Scheibe.

Scheibe raus, Deckel zu, läuft. Die Kupplung trennt, wenn sie soll und sonst nicht mehr. So einfach, wenn man weiß worauf man achten muss.

Ich vermute, einer der Vorbesitzer hatte nicht die originalen, sondern dickere Kupplungsscheiben verbaut und deshalb die zweite Scheibe benötigt, damit die Kupplung trennt. Als ich nun die Lamellen auf das Normalmaß herunter gefahren habe, war die Unterlegscheibe dann zuviel.

Die ersten Testrunden im Garten, verliefen jedenfalls sehr erfolgreich. Ob es wirklich endgültig passt, wird sich aber erst nächstes Wochenende im Trailgelände zeigen…

Auspuff dämmen

Da mir der kleine Zweitakter in letzter auch etwas zu laut geworden ist, habe ich bei der Gelegenheit auch noch ein Blick in den Auspuff riskiert und ihn kurzerhand mit Stahlwolle neu gestopft. Ist jetzt nicht nur leiser, sondern singt auch in einer viel angenehmeren Tonart.