Author: ernie-troelf

Power Of Dreams – Honda Testtage 2012

Honda rief zum Probefahren der aktuellen Motorradpalette und die Twittiods-Blogger-Fraktion folgte.
Die Runde der „Netzjournalisten“ war schon vollständig versammelt, als ich leicht verspätet im Mainzer Hyatt Regency Hotel eintrudelte und gerade noch die letzten 10 Minuten der Eröffnungspräsentation mitbekam.

Trotz gefährlicher Untercoffeinierung musste ich auf eine gemütliche Tasse Kaffee mit der Bloggerfamilie verzichten, denn die Buben wollten keine Zeit mehr verlieren und gleich nach dem Vortrag  die ersten Mopeds fahren. Dennis und ich entschieden uns spontan für die kleinen CRF250L Enduros.
Eine gute Entscheidung. Die Dinger fühlten sich sofort an wie solide Spielzeuge mit denen man viel Spaß haben kann. Im Innenstadtbereich von Mainz wendig und flink, und im Gelände perfekt.
Wir wechselten das Terrain dank einer weitläufigen Baustelle am Stadtrand spontan von Straße auf Schotter-Matsch-Hügelchen-Landschaft.

 

Ein Riesen Vergnügen, mit diesen kleinen Dingern. Ich hätte direkt den ganzen Tag dort bleiben und spielen können. So ein Teil ist definitiv der nächste Anwärter auf einen Platz in meinem Fuhrpark.
Das Stück Bundesstraße und Autobahn, das wir gefahren sind, machte in Begleitung von Crossrunner und Crosstourer wohl nicht wirklich Spaß, aber das gehört ja auch nicht zu den Aufgaben einer 140kg leichten 23PS-Maschine. Dafür sind die 250er naturgemäß zu schwach. Den Komfortbereich auf der Straße verlässt man spätestens ab ca. 110km/h.

Als wir zurück kamen war die Freude groß, über unsere artgerechte Haltung der vor kurzem noch blitzblanken CRFs. Das Auftragen der nötigen Dreckschicht zu Authentizitätssteigerung haben die Journalisten und Händler die ganze Woche nicht geschafft, erzählte man uns voller Anerkennung.

Als das Wort „Putzen“ fiel machte ich mich auf einem Crosstourer mit Doppelkupplungsgetriebe davon.
Der Crosstourer ist ein schönes Tourenmotorrad: Solides Auftreten, bequeme Sitzposition, ausreichend Leistung. Eine Honda eben.
Auf’s neue beeindruckt hat mich wieder diese Double Clutch Transmission (DCT). Zwei mal kurz vergeblich den Schalt- und Kupplungshebel gesucht und dann einfach nur genossen. Kein kuppeln, kein Schalten, aber bei Bedarf trotzdem manuell eingreifen können. Gute Sache. Und bei der Gelegenheit fragte ich mich, warum ich das DCT keinen Moment lang für meine NC700 in Betracht gezogen hatte.

Nachdem wir die zweite Fuhre Moppeds unbeschadet und sauber zurück gebracht hatten machten in einen Ausflug in fremde Gewässer. Und zwar auf einem Hochseetauglichen Angelboot mit zwei mal 90 PS im Kreuz. Unglaublich wie das Teil abgeht und wie schnell sich 60km/h anfühlen können. Auch von der Bremswirkung von so ’nem Karren war ich schwer überrascht.
Memo an mich: Bootsführerschein.

Die Runde mit dem kleinen 15PS-Bootchen war dagegen natürlich nicht ganz so prickelnd. Ich hatte gehofft, dass man selbst fahren dürfte, aber da wir uns auf einer internationalen Wasserstraße befanden galt hier schon ab 15PS Führerscheinpflicht.

Zum Abschluss wollte ich dann noch wissen, ob ich die NC700 lieber mit DCT hätte kaufen sollen und schnappte mir deshalb eine eben solche. Und ich muss sagen, das nächste mal würde ich es durchaus in betracht ziehen den Aufpreis für die „Automatik“ zu bezahlen.

Das war’s dann auch leider schon wieder mit dem Testtag. Wie immer ging die Zeit viel zu schnell vorbei und wie immer blieben einige Vorhaben eben solche. So kam ich leider nicht mehr dazu endlich mal eine Goldwing zu fahren und auch mit dem Crossrunner klappte es diesmal nicht. Die Fireblade stand erst gar nicht zur Verfügung und auf den Integra zu steigen konnte ich mich ich nicht überwinden. Das nächste mal vielleicht.

Mit dabei:
@pistonpin – abgeschweift.de
@schrm – schraegermeister.de
@griesgram999 – griesgram999.posterous.com
@moppedblog – moppedblog.de

Los Veteramos

Veterama 2012. Alles wie immer:  vorzüglichste Verpflegung, erstklassige isotonische Getränke, Benzin, Motoren und dreckige Finger. 🙂

Die drei Tage in 80 Sekunden:

5 Jahre auf 2 Rädern >50ccm

5 Jahre ist es nun her, dass ich mir (endlich) den Moppedlappen gönnte.
In dieser Zeit habe ich auf 7 verschiedenen Moppeds mehr als 60.000km mit einem Grinsen im Gesicht im Sattel verbracht und bin dabei durch Italien, Österreich, Schweiz, Slowenien, Kroatien, Island und Frankreich gekommen, habe die Nordschleife kennen gelernt, Wheelies geübt, ein paar Knieschleifer angekratzt, im Matsch gespielt und auf dem LUKDrivingcenter geschwitzt.
Von der Bekanntschaft mit dem Haufen moppedbekloppter Freaks, mit denen zusammen ich viele feine Touren und Events erfahren durfte, mal ganz abgesehen.

Damals hatte ich mit mir gehardert, ob sich Aufwand und Investition in den Führerschein überhaupt lohnen. – Résumé nach 1825 Tagen: Yeah!

Mofarennen Döttesfeld

Neulich kam ich mit dem wahnsinnigen Kollegen Schü zu später Stunde auf Facebook ins Gespräch. Dieser Chat endete dann am frühen Morgen überraschend mit meiner temporären Aufnahme ins DRK Resttungsdienst Racer Team für das Mofarennen Döttesfeld 2012.
Am Samstag (8. Sept.) um 4.00 Uhr in der Nacht sattelte ich dann also mit dem Kollegen @MaHofmann, der mittlerweile auch noch ins Team gestoßen war, die Moppeds und wir tuckerten mit der aufgehenden Sonne im Rücken und kaltem Wind im Gesicht nach Döttesfeld, zu unserem Einstand im Mofarenngeschäft.

Für manche bestand die erste Herausforderung schon darin,
beim Le-Mans-Start sein Gefährt zu erreichen….

Die Jungs vom DRK-Team hatten für dieses Rennen einen komplett neuen Racer aufgebaut, der optisch schon mal mächtig was hermachte. Und auch das Setup machte einen soliden Eindruck: Die Basis stammte von einer Zündapp CS25, Tank und Sitzbank wurden einer KTM LC4 entwendet, die Frontpartie wurde von einer Yamaha DT80 geliehen, dazu ordentliche Stollenreifen, eine elekrtonische Zündung, verstärkter Rahmen, Vergaser… etc. pp.. Nur vom Feinsten.

Aber, wie nicht anders zu erwarten, wurde der erste Einsatz von diesem gerade noch rechtzeitig zusammengeschraubten Prototyp leider auch von ein paar Kinderkrankheiten begleitet.
Glücklicherweise waren es aber meist nur relativ überschaubare Problemchen, die aufgetreten sind. Das nervigste war das trotz brutalstmmöglichem Einsatz von Schrauben und Schweißgerät nicht halten wollende hintere Kettenblatt. Die mit Abstand meisten Boxenstopps gingen auf die Kappe von den dämlichen sechs kleinen Schrauben, die partout nicht gewillt waren das bisschen Ritzel halten zu wollen.

Davon abgesehen hatten vor allem Markus und ich, die das Moppedchen nicht wirklich probefahren konnten, zeitraubende Probleme mit der gewöhnungsbedürftig eigenwilligen Schaltung.
Mein persönlicher Einsatz wurde allerdings nicht vom Ritzel oder der Schaltung gestoppt, vielmehr war die vom Kolben mittlerweile plattgeklopfte, da zu lange, Zündkerze für meinen unrühmliche Rundenzeiten verantwortlich. Wie dieses wundersame Caterpillar-Töffli überhaupt so lange damit fahren konnte, ist mir ein Rätsel…

Aber: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Eine neue Zündkerze war schnell organisiert und Kolben und Zylinder hatten komischerweise keine nennenswerten Schäden aufzuweisen. Es konnte weiter gehen.

Darüber hinaus hat sich im Laufe der Zeit nur noch die Lagerhaltung von ausreichend Ersatz-Pedalen bezahlt gemacht. Das zähle ich im Rennbetrieb aber eindeutig zum normalen Verschleiß und die Dinger sind bei einem Fahrerwechsel auch schnell mal nebenbei ausgetauscht.

Am Ende haben wir es immerhin ins Ziel und durch den Ausfall einiger Teams noch auf den 10. Platz geschafft.
Wenn bis nächstes Jahr die Kinderkrankheiten ausgemerzt sind und sich noch ein, zwei Pferdestärken in dem Motörchen finden lassen und die Schaltung funktioniert, sollte 2013 eine Platzierung unter den Top 5 nichts im Weg stehen.