Endlich mal wieder eine kleine Moppedtour mit @pistonpin. War ja auch schon viel zu lange her. Der Plan war, wie so oft bei uns, möglichst planlos zu sein. Um nicht an jeder Kreuzung ein Flasche drehen zu müssen sollte es aber zumindest eine grobe Idee geben. Außerdem braucht man ja irgendwie ein Motto bzw. Hashtag. So wärmten wir die vor Jahren für eine Fuffitour ins Auge gefasste Idee „Auf ein Pils nach Pilsen“ wieder auf..


Die Strecke


Von (grob) Aschaffenburg über Nürnberg nach Pilsen und etwas nördlicher durch Rhön und Spessart zurück. Spaßfaktor: durchwachsen. Sehr durchwachsen. Eher so Nackensteak-, als Rumpsteak-Durchwachsen. Mein geliebtes TomTom machte das bestmögliche daraus, aber selbst wenn die Streckenführung mal ganz lustig war, hätte man neben der „Straße“ Fahrwerkschonenender und schneller fahren können. OK, es gab natürlich auch einige sehr schöne Streckenabschnitte auf der rund 1200km langen Runde und im Großen und Ganzen hatten wir auch unseren Spaß, aber ich würde die Route jetzt nicht unbedingt als Motorradhighlite empfehlen wollen, auch wenn die Landschaft meist durchaus nett anzuschauen war.

Die Moppeds

Ich war mit der NC700S unterwegs, Alexander fuhr die CBR300R.
Zwei CRFs wären ob der Straßenzustände oft die bessere Wahl gewesen, ich war mit der NC trotzdem ganz zufrieden, kann man mit ihr doch auch ganz gut mal ein paar Meter im Stehen fahren. Alexander hatte durch Sitzposition und Fahrwerk auf manchen Straßen jedoch arg zu kämpfen. Eventuell wären wir besser gefahren, wenn ich die Option „unbefestigte Strassen vermeiden“ nicht gewählt hätte. Schotter sticht Schlaglochpiste.
 
Memo an mich: nie mit einem „Och-der-tuts-doch-noch“-Reifen losfahren.
Meine Pelle hätte keinen Tag länger mehr durchgehalten. 

Das Wetter



Nach über zwei Monaten Trockenheit und Hitze, in denen ich mein Mopped nur aus dem Bürofenster heraus sah, starteten wir bei Regen mit dicken Pullis unter der Jacke. Hurra. 
Es folgten zwei Tage unter einer dichten Wolkendecke bei manchmal nur etwas über 12°C und endete mit schweißtreibenden 35°C am letzten Tag. Zu kalt, zu heiß, zu nass. Irgendwas ist ja immer.


Die Stopps


Nürnberg



Gute Burger, nette Pubs und seltsame, alte Kunst.
Die Hotels waren, wie so oft in Messe-Städten, teuer und mittelmäßig und Motorradfahrer gehören offenbar nicht gerade zu den willkommensten Gästen, hatte ich den Eindruck.
Trotzdem kann man es ganz gut aushalten, in Nürnberg.


Pilsen



Schön, günstig und nett. Sehr empfehlen kann ich das Hotel Continental. Ein alt-ehrwürdiges Hotel mit Flair. Hat was von einer Filmkulisse. Und das für wirklich kleines Geld in absolut zentraler Lage. Für die Moppeds wurde uns ein Eckchen im abgeschlossenen Hinterhof zugewiesen, damit die Maschinen nicht auf dem öffentlich zugänglich Hotelparkplatz übernachten müssen. Die Altstadt ist durchaus sehenswert und hatte an einem Dienstag-Abend wesentlich mehr zu bieten, als Darmstadt am Wochenende. 
Darüber hinaus hatten wir trotz bestem Essen und Getränken (Pilsen) große Mühe die in 1200 Kronen umgewandelten 50€ auf den Kopf zu Hauen. Letztendlich waren wir für 12,50€ p.P. satt und (ausreichend) voll. Ein Besuch in Pilsen kann ich also durchaus empfehlen. (Das nächste mal dann aber mit Auto oder Bahn)

 


Karlsbad

Vermutlich hätten wir uns einfach mehr Zeit nehmen müssen. Aber irgendwie war uns die Stadt auf Anhieb unsympathisch und die Parkplatz-Security hat ihr übriges dazu beigetragen, dass wir schnell wieder die Flucht ergriffen haben. 


Rennsteig

Hier reiht sich eigentlich ein Gasthaus neben dem anderen, aber die meisten sehen bei näherer Betrachtung so aus, als wenn sie in den 90ern verlassen wurden. Umso glücklicher unser Zufallsfund „Gasthof Thomas Müntzer„. Rustikal in Einrichtung und Umgang, aber trotzdem – oder gerade deshalb – sehr sympatisch. Insbesondere auch für Wanderfreunde eine Empfehlung. Lohnenswert auch für einen reinen Essens-Stopp.
 

DDR

Immer wieder faszinierend finde ich die Freiluftmusseen und Überbleibsel der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze. Unfassbar wie kreativ Politiker werden können um anderen Menschen ihrer Freiheit zu berauben. Nächsten Jahr würde ich, wenn’s klappt, gerne mal die komplette ehemalige Grenze abfahren. (Für Tipps oder gar GPS Tracks wäre ich sehr dankbar)

Die Bilder stammen aus dem „geteilten Dorf“ Mödlareuth und dem Freilandmuseum in Hildburghausen.